
Die Zeit des Lichts und der leisen Wunder
Wenn die Tage kürzer werden, die Luft klar und kühl ist und die Welt sich in sanftes Grau und warmes Kerzenlicht hüllt, dann beginnt eine der schönsten Zeiten des Jahres, der Advent. Eine Zeit der Erwartung, der Stille, des Innehaltens. Eine Zeit, in der das Herz ein wenig langsamer schlägt und sich die Welt, trotz aller Hektik, ein Stück friedlicher anfühlt.
Vier Wochen sind es, die uns vom Weihnachtsfest trennen, vier Wochen voller kleiner Rituale, vertrauter Düfte und liebevoller Augenblicke. Der erste Adventskranz erstrahlt im Kerzenschein, und mit jeder weiteren Flamme wächst die Vorfreude. Das warme Licht erinnert uns daran, dass selbst in der dunkelsten Jahreszeit Hoffnung und Geborgenheit leuchten können.
In diesen Wochen duftet es nach Zimt, Vanille und frisch gebackenen Plätzchen. Überall glitzert es, in Fenstern, auf Straßen, in den Augen der Menschen. Kinder öffnen erwartungsvoll ihre Adventskalender, und auch die Erwachsenen spüren tief in sich dieses leise, warme Kribbeln, das sie zurück in ihre Kindheit trägt.
Der Advent ist nicht nur Vorbereitung auf Weihnachten, er ist eine Einladung. Eine Einladung, wieder zu spüren, was wirklich wichtig ist: Zeit füreinander, Dankbarkeit, Liebe und Achtsamkeit. Vielleicht bedeutet das, einen Spaziergang durch die winterliche Natur zu machen, eingehüllt in Schal und Mütze, während der Atem kleine Wölkchen formt. Vielleicht bedeutet es aber auch, einfach zuhause zu bleiben, eine Tasse Tee in der Hand, ein Buch auf dem Schoß und dem Knistern der Kerzen zuzuhören.
Jeder Adventssonntag hat seine eigene Stimmung:
die erste Kerze bringt Hoffnung,
die zweite erinnert uns an Frieden,
die dritte schenkt Freude,
und die vierte trägt die Liebe in sich.
Und so wachsen Licht und Wärme von Woche zu Woche, bis schließlich das Weihnachtsfest vor der Tür steht, still, leuchtend, voll Zauber. Der Advent ist wie eine sanfte Brücke dorthin: gebaut aus Licht, Erinnerung und Liebe.
Vielleicht ist das das Schönste an dieser Zeit, dass sie uns lehrt, wieder zu fühlen. Zu träumen. Zu glauben.
Und inmitten all des Glanzes und der Melodien erkennen wir: Das wahre Geschenk liegt nicht unter dem Baum, sondern in den Herzen der Menschen, die uns begleiten.
Das könnte dich auch interessieren:
Bettina Kienitz














Günter W. Kienitz / Bettina Kienitz
Bettina Kienitz
Hinterlasse einen Kommentar
An der Diskussion beteiligen?Hinterlasse uns deinen Kommentar!