
👴👵 Wertschätzung für Lebenserfahrung: Zum Achtung-vor-dem-Dem-Alter-Tag
Am 3. Montag im September richtet sich der Blick der Welt auf eine Bevölkerungsgruppe, die das Fundament unserer heutigen Gesellschaft geschaffen hat: Es wird der Achtung-vor-dem-Alter-Tag (Respect for the Aged Day bzw. Keirō no Hi) begangen. Dieser besondere Feiertag stammt ursprünglich aus Japan, wo er bereits seit 1966 als gesetzlicher Feiertag verankert ist, findet aber auch international als Impulsgeber für mehr Generationengerechtigkeit, Würde und gesellschaftlichen Zusammenhalt immer mehr Beachtung. Er dient als liebevolle Erinnerung daran, Senioren die Aufmerksamkeit, den Respekt und den Dank entgegenzubringen, die ihnen gebühren.
Ursprung eines Ehrentags: Die Wurzeln in Japan
Der Ursprung dieses Tages geht auf das Jahr 1947 zurück, als das kleine japanische Dorf Nomadani (heute Taka in der Präfektur Hyōgo) den 15. September zum „Tag der Alten“ erklärte. Die Idee dahinter war einfach, aber tiefgründig: Nach den schweren Nachkriegsjahren wollte man die Weisheit der älteren Dorfbewohner nutzen, um eine bessere Zukunft aufzubauen, und ihnen gleichzeitig für ihren unermüdlichen Lebenseinsatz danken.
Aus diesem lokalen Brauch entwickelte sich schnell eine landesweite Bewegung, die 1966 schließlich in einen offiziellen Nationalfeiertag mündete. Seit der Reform des japanischen Feiertagssystems im Jahr 2003 wird der Tag flexibel am dritten Montag im September gefeiert. In Japan ist es an diesem Tag Brauch, den Ältesten Geschenke zu überreichen, Familienfeste zu feiern und Hundertjährigen traditionelle Silberbecher (Sakazuki) als Ehrenzeichen zu überreichen.
Warum Altwerden eine Bereicherung für die Gesellschaft ist
In einer modernen Welt, die oft von Jugendwahn, Schnelligkeit und digitaler Hektik geprägt ist, gerät der Wert von Alter und Lebenserfahrung leicht im Alltag in den Hintergrund. Der Achtung-vor-dem-Alter-Tag setzt hier ein starkes Zeichen für einen Perspektivwechsel:
Der Schatz der Lebenserfahrung: Ältere Menschen haben Krisen durchlebt, gesellschaftlichen Wandel mitgestaltet und ein immenses Wissen angesammelt. Ihre Geschichten und Ratschläge bieten Orientierung und Erdung in unruhigen Zeiten.
Das Rückgrat des Ehrenamts: Viele Senioren bringen sich nach dem Renteneintritt engagiert in soziale Projekte, Nachbarschaftshilfen, Vereine oder die Betreuung von Enkelkindern ein. Sie leisten damit einen unbezahlbaren Beitrag zum gesellschaftlichen Zusammenhalt.
Brücken zwischen den Generationen: Der Austausch zwischen Jung und Alt stärkt das gegenseitige Verständnis. Während die Jüngeren von der Gelassenheit und Weisheit der Älteren lernen können, halten die Jungen die Senioren geistig und emotional jung.
Herausforderungen im Alter wahrnehmen und anpacken
Achtung vor dem Alter zu haben bedeutet jedoch nicht nur, freundliche Worte zu sprechen. Es erfordert ein konkretes Hinsehen auf die Herausforderungen, mit denen viele ältere Menschen in unserer Gesellschaft konfrontiert sind:
Einsamkeit im Alter: Viele Senioren leben allein und verlieren im Laufe der Zeit soziale Kontakte. Ein einfaches Telefongespräch, ein Besuch oder ein kurzes Gespräch über den Gartenzaun können oft Wunder wirken.
Barrierefreiheit und Teilhabe: Eine altersgerechte Infrastruktur – von funktionierenden Aufzügen im öffentlichen Nahverkehr bis hin zu gut erreichbaren Ärzten und Einkaufsmöglichkeiten – ist entscheidend, um Selbstständigkeit im Alter zu bewahren.
Pflege in Würde: Die Arbeit von Pflegekräften und pflegenden Angehörigen verdient allerhöchste gesellschaftliche und finanzielle Anerkennung, damit Menschen ihren Lebensabend in Würde verbringen können.
Ein Impuls für den Alltag
Der Achtung-vor-dem-Alter-Tag fordert uns dazu auf, innezuhalten. Er lädt uns ein, den eigenen Großeltern, älteren Nachbarn oder Eltern danke zu sagen – für ihre Geduld, ihre Mühe und den Weg, den sie für uns geebnet haben. Denn wie wir heute mit der älteren Generation umgehen, bestimmt nicht nur deren Lebensqualität, sondern spiegelt auch die Haltung wider, mit der wir selbst einmal alt werden möchten.
„Man hört nicht auf zu lachen, wenn man alt wird, aber man wird alt, wenn man aufhört zu lachen.“
— George Bernard Shaw —
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