Wir denken selten an das , was wir haben

Schopenhauers Einsicht – heute aktueller denn je

Arthur Schopenhauer war kein Meister der Schönfärberei, aber ein Meister der Klarheit. Mit seinem Satz

Wir denken selten an das, was wir haben,

aber immer an das, was uns fehlt.

hält er uns einen Spiegel vors Gesicht, der uns auch fast 200 Jahre später noch betrifft.
Er beschreibt darin eine elementare menschliche Tendenz: den Blick auf den Mangel statt auf das Vorhandene. Doch warum fällt uns dieses Umdenken so schwer – und wie könnte es uns gelingen, uns nicht von permanentem „Nicht-genug“-Denken leiten zu lassen?

Die menschliche Tendenz zum Mangeldenken

Der menschliche Geist ist darauf programmiert, Defizite zu erkennen. Evolutionär war das überlebenswichtig: Wer Gefahren oder fehlende Ressourcen früh bemerkte, hatte bessere Chancen.
Heute jedoch führt dieser „eingebaute Alarmmodus“ oft zu Stress, Unruhe und dem Gefühl, immer hinter etwas herzujagen.

Beispiel: Das Smartphone

Ein neues Handy begeistert uns vielleicht für ein paar Tage. Dann wird es selbstverständlich – bis jemand ein Modell mit besserer Kamera oder größerem Display zeigt.
Plötzlich zählt nicht mehr, was wir haben, sondern nur, was uns fehlt. Die Freude wandert weiter, immer zum nächsten Objekt.

Haben versus Sein – ein altes philosophisches Dilemma

Schopenhauer weist auf ein Muster hin, das sich durch die ganze Philosophiegeschichte zieht:
Menschen neigen dazu, ein erfülltes Leben in der Zukunft zu suchen. Wir glauben, erst glücklich sein zu können, wenn dieses oder jenes erreicht ist.

Damit hängen wir unser Wohlbefinden an Dinge, die wir (noch) nicht haben – und übersehen das Wertvolle im Jetzt.

Beispiel: Beziehungen und Freundschaft

In Partnerschaften sehen wir oft das, was uns fehlt: mehr Aufmerksamkeit, mehr Verständnis, mehr Unterstützung.
Das, was tatsächlich da ist – Loyalität, liebevolle Gesten, gemeinsame Erfahrungswelten – tritt dagegen in den Hintergrund.
Wir fokussieren den Mangel statt die Fülle.

Warum Dankbarkeit so schwer fällt – und doch so mächtig ist

Dankbarkeit wirkt wie ein Gegenmittel zu Schopenhauers Diagnose.
Sie verschiebt unseren Blick vom Defizit zur Fülle, von der Erwartung zum Erleben.

Doch gerade weil wir uns so schnell an Dinge gewöhnen, müssen wir Dankbarkeit bewusst kultivieren.

Beispiel: Gesundheit – das größte Selbstverständliche

Solange wir gesund sind, denken wir kaum daran. Erst ein gebrochener Fuß, eine Grippe oder eine ernste Diagnose öffnen uns die Augen:
Gehen, schlafen, atmen, arbeiten können – all das sind Schätze, die wir erst sehen, wenn sie fehlen.

Schopenhauer beschreibt hier nichts weniger als den Kern menschlicher Wahrnehmung.

Der moderne Kontext: Konsum, Vergleiche und die Illusion des Mangels

Zu Schopenhauers Zeiten gab es noch keine sozialen Medien, keine permanente Werbung, keine globale Vergleichbarkeit.
Heute leben wir in einer Welt, die uns ununterbrochen zeigt, was angeblich fehlt: bessere Körper, tollere Reisen, beeindruckendere Karrieren.

Beispiel: Der Kleiderschrank

Viele kennen den Satz: „Ich habe nichts zum Anziehen“ – während der Schrank vor Klamotten überquillt.
Das Gefühl entsteht nicht aus realem Mangel, sondern aus dem Vergleich mit einer idealisierten Vorstellung.

Beispiel: Social Media

Beim Scrollen durch Instagram sehen wir Urlaube, Erfolge, perfekte Bilder.
Die eigenen Lebensumstände wirken im Vergleich kleiner, grauer – obwohl sie vielleicht voller guter Dinge sind.
Hier entsteht ein Mangel, der überhaupt nicht real ist, sondern nur konstruiert.

Die Kunst der Zufriedenheit: Das Haben wieder wahrnehmen

Wie können wir Schopenhauers Einsicht nutzen, um jenseits des Mangels zu leben?

1. Bewusste Wahrnehmung üben

Durch tägliche Reflexion – etwa drei konkrete Dinge, die gut sind – kann der Fokus sich nachhaltig verschieben.

2. Den Vergleich bewusst reduzieren

Vergleiche sind oft unfair und verzerrt.
Wer sich auf eigene Werte stützt, findet leichter Ruhe.

3. „Genug“ definieren

Wann ist etwas gut genug?
Wer diese Frage beantworten kann, entzieht sich dem endlosen Streben nach immer mehr.

4. Das Gewöhnliche wieder sehen lernen

Viele unserer größten Privilegien sind unsichtbar, solange sie funktionieren.

Beispiel: Der Arbeitsplatz

Jemand ist im Job unzufrieden, weil Anerkennung fehllt oder das Gehalt zu niedrig ist.
Eine arbeitslose Person würde dagegen allein die Sicherheit eines Einkommens oder einer täglichen Struktur als großen Wert sehen.
Erst im Verlust wird sichtbar, was zuvor kaum beachtet wurde.

Schopenhauer lädt uns zur inneren Neuorientierung ein

Schopenhauers Zitat ist mehr als eine bittere Klage über menschliche Natur – es ist eine Möglichkeit zur Bewusstwerdung. Wer erkennt, wie stark der Fokus auf das Fehlende unser Leben beeinflusst, kann aktiv gegensteuern.

Zufriedenheit beginnt nicht, wenn wir alles haben.
Sie beginnt, wenn wir sehen, was schon da ist.

Möchtest du die Gedankenwelt des berühmten deutschen Philosophen Arthur Schopenhauer (1788-1860) näher kennenlernen?

Dann klick und guck mal: 👀

Affiliate-Links: Wenn du über einen der Links auf dieser Seite  einkaufst, erhalten wir eine kleine Provision vom Anbieter. Dich kostet das keinen Cent extra – uns hilft es, Wichtel-Village zu finanzieren. Win-win, also.

Hast du etwas erlebt,

was das Zitat bestätigt? Dann schreib es gerne unten in die Kommentare, zur Inspiration für uns alle.

Weise Wichtel E-Books in Deutsch und Englisch

0 Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

An der Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Wie findest du diesen Beitrag?
[Total: 2 Average: 5]