
🌊 Die sanften Riesen der Ozeane: Zum Welttag der Mantarochen
Wer sie einmal durch das Wasser gleiten sehen hat, wird diesen Anblick nie wieder vergessen: Wie majestätische Unterwasservögel schweben sie schwerelos durch das dunkle Blau des Ozeans. Am 17. September feiern wir den Welttag der Mantarochen (World Manta Day). Es ist ein Tag, der diesen faszinierenden Meeresbewohnern gewidmet ist, um ihre Schönheit zu bewundern, aber auch um auf ihre Bedrohung aufmerksam zu machen.
Giganten ohne Stachel
Mantarochen gehören zu den größten Fischen unserer Erde. Mit einer Spannweite von bis zu sieben Metern bei den Riesenmantas sind sie wahre Kolosse, und dennoch geht von ihnen keinerlei Gefahr für den Menschen aus. Im Gegensatz zu vielen ihrer Verwandten, wie den Stachelrochen, besitzen Mantarochen keinen Giftstachel. Sie sind absolut friedliche Wesen, die sich ausschließlich von winzigem Plankton ernähren.
Das Wort „Manta“ stammt übrigens aus dem Spanischen und bedeutet so viel wie „Decke“ oder „Mantel“, eine treffende Beschreibung für ihren flachen, rautenförmigen Körperbau.
Erstaunliche Fakten über die schwebenden Riesen
Mantas verzaubern Wissenschaftler und Taucher auf der ganzen Welt mit ein paar einzigartigen Eigenschaften:
Riesiges Gehirn: Mantas besitzen das größte Gehirn aller bisher erforschten Fische. Sie gelten als extrem neugierig, lernfähig und zeigen ein komplexes Sozialverhalten.
Einzigartig wie ein Fingerabdruck: Jedes Individuum besitzt auf seiner hellen Bauchseite ein einzigartiges Muster aus dunklen Flecken. Mithilfe von Fotos dieser „Bauch-Muster“ können Forscher einzelne Tiere über viele Jahre hinweg weltweit identifizieren und schützen.
Die „Putzstationen“: Mantas suchen regelmäßig Korallenriffe auf, um sich von kleinen Putzerfischen Parasiten und abgestorbene Hautschuppen entfernen zu lassen. Das ist ein spektakuläres Naturschauspiel, bei dem die Rochen geduldig im Wasser schweben.
Sprungakrobaten: Immer wieder beobachten Forscher, wie Mantarochen meterhoch aus dem Wasser springen und mit einem lauten Klatschen wieder auf der Oberfläche aufkommen. Warum sie das tun, ob zur Kommunikation, zur Parasitenabwehr oder rein zum Spiel, ist bis heute ein wissenschaftliches Rätsel.
Warum die Riesen unseren Schutz brauchen
So majestätisch sie auch wirken, Mantarochen sind auf der Roten Liste der IUCN als stark gefährdet eingestuft. Ihr größter Feind ist der Mensch. Die Tiere wachsen sehr langsam heran und bringen meist nur alle zwei bis drei Jahre ein einziges Jungtier zur Welt. Das macht ihre Bestände extrem anfällig.
Besonders die Überfischung setzt ihnen zu. Oft verfangen sie sich als Beifang in riesigen Fischnetzen. Zudem werden ihre sogenannten Kiemenreusen auf asiatischen Märkten für teures Geld als angebliche Wundermedizin verkauft, obwohl es dafür keinerlei wissenschaftlichen Nachweis gibt.
Was uns der Welttag lehrt
Der Welttag der Mantarochen erinnert uns daran, wie kostbar und schützenswert die Artenvielfalt unserer Ozeane ist. Organisationen weltweit nutzen diesen Tag, um für den Schutz der Meere zu werben, nachhaltigen Ökotourismus zu fördern und Schutzgebiete durchzusetzen.
Wenn wir die Meere sauber halten, Plastikmüll reduzieren und uns für den Erhalt von Korallenriffen einsetzen, tragen wir alle dazu bei, dass diese sanften Riesen auch in Zukunft unverletzt durch die Weltmeere schweben können.
„Das Meer, einmal seinen Bann gewoben, hält einen für immer in seinem Netz des Wunderns.“
— Jacques-Yves Cousteau
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Günter W. Kienitz / Bettina Kienitz
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